Anwohner sind besorgt

Umstrittener Bau des neuen Edeka-Marktes

Der Edeka-Markt soll zwischen dem Kleinbüllesheimer Ortsrand (hinten) und der Rampe (vorne links) entstehen, die zur L 182 führt.

Euskirchen

Wie viel Lärm wird von dem Einkaufsmarkt ausgehen, den der Investor Friedhelm Schneider (Bleialf) an der Luxemburger Straße (K 21) in Kleinbüllesheim bauen will? Wie können die Anlieger effektiv geschützt werden vor dem Krach, den unter anderem Kühlanlagen sowie Fahrzeuge von Kunden und Lieferanten produzieren?

Das waren zwei der Kernfragen, die besorgte Zuhörer stellten, als die Stadt Euskirchen, die Billiger Stadtplanerin Ursula Lanzerath und der Lärmschutzgutachter Michael Mück das Vorhaben in einer Bürgerversammlung vorstellten.

 

Der „bessere“ Standort war nicht verfügbar

Rund 40 Interessierte waren in den Ratssaal gekommen. Der Technische Beigeordnete Oliver Knaup erinnerte zu Beginn daran, dass man den Lebensmittelmarkt, der die Nahversorgung im nördlichen Stadtgebiet verbessern soll, lieber an einem Standort in Großbüllesheim gesehen hätte. Das favorisierte Grundstück sei aber nicht verfügbar gewesen. Deshalb soll der Markt auf einer Fläche zwischen dem Kleinbüllesheimer Ortsrand und der Rampe entstehen, die die Luxemburger Straße mit der L 182 verbindet. Das Areal ist derzeit eine Ackerfläche.

Die Stadt muss nun ihren Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. Dabei wird die Öffentlichkeit beteiligt. Heike Neumann-Baranowski, die das Projekt seitens der Stadt begleitet, nahm am Dienstag Anregungen und Bedenken zu Protokoll. Stellungnahmen in schriftlicher Form sind noch bis zum 3. März möglich.

1600 Quadratmeter Fläche

Herzstück des Gebäudes soll ein Lebensmittelvollsortimenter mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche sein. Es handelt sich um einen Edeka-Markt, wie Investor Schneider auf Anfrage sagte. Den Plänen, die im Ratssaal aushingen, konnte man entnehmen, dass er außerdem einen Blumenladen sowie einen Shop (jeweils 60 Quadratmeter) mit Zeitschriften, Tabak und Lotto-Toto-Annahmestelle ansiedeln will. Auf den Parkplatz sollen 159 Autos passen.

Verbesserungen und nicht gern gesehene Veränderungen

Knaup sagte, der Markt werde für die Bewohner von Groß- und Kleinbüllesheim, Wüschheim und Dom-Esch eine deutliche Verbesserung der Nahversorgung mit sich bringen. Hubert Küpper, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Großbüllesheimer Bürgervereins, stimmte zu: „Der Großteil der Bürger in Groß- und Kleinbüllesheim befürwortet das Vorhaben.“ Dagegen, so Knaup weiter, müssten sich die unmittelbaren Anwohner auf eine „nicht gern gesehene Veränderung“ einstellen. Damit spielte er auf die steigende Lärm- und Verkehrsbelastung an.

Maßnahmen gegen die Lärm- und Verkehrsbelastung

Die Anlieger der Militscher Straße, deren Grundstücke an das Gelände des Einkaufsmarktes grenzen, sollen durch eine Lärmschutzwand vor den Emissionen geschützt werden. Die Stadt muss festlegen, ob die Lastwagen, die den Markt beliefern, an der Nord- oder an der Südseite anfahren.

Je nachdem, welche Lösung gewählt wird, müsse die Wand 2,50 oder 4 Meter hoch werden, sagte Gutachter Mück, der die Ergebnisse seiner schalltechnischen Untersuchung zusammenfasste. In beiden Fällen, so Mück, würden die Immissionsschutzrichtwerte eingehalten.

Die Frage, wie der Markt sich auf den Straßenverkehr auswirkt, muss in einer eigenen Expertise untersucht werden. Knaup erläuterte die Resultate einer verkehrlichen Betrachtung, die knapp 2100 Fahrten pro Tag zum Markt und vom Markt weg prognostiziert. „Die Frage ist: Wie viele davon sind im Vergleich zu heute zusätzliche Fahrten? Das muss der Gutachter klären“, so der Dezernent.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/25747026 ©2017

   

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